Inklusion: Eine Landesgartenschau für alle!

Die Landesgartenschau Bad Iburg 2018 (LaGa) ist trotz der bewegten Topografie am Südhang des Teutoburger Waldes weitgehend  barrierefrei erschlossen, und auch der neue Bad Iburger Baumwipfelpfad ist über einen Aufzug barrierefrei erreichbar. Zudem ist das Thema  jeden Dienstag und am „Inklusionswochenende“ am Samstag, 28. April,  und Sonntag, 29. April, präsent.

Unser Foto: (Claudia Sarrazin/LaGa Bad Iburg 2018 gGmbH) Petra Mathiske vom Behindertenforum Osnabrück und Gerhard Renzel, Sprecher von „Blinde und Menschen mit Sehbehinderung“ erkunden den neuen BaumwipfelpfadHinauf auf den Baumwipfelpfad, das möchten viele Besucher der LaGa in Bad Iburg. Auch für Petra Mathiske vom Behindertenforum Osnabrück und Gerhard Renzel, Sprecher von „Blinde und Menschen mit Sehbehinderung“, ist das problemlos möglich. Die beiden nutzen als erste den Fahrstuhl im Einstiegsturm hoch auf die Aussichtsplattform. „Ich möchte hervorheben, dass der Fahrstuhl barrierefrei ist – mit Sprachansage sowie optischen und taktilen Bedienelementen“, so Renzel.
„Ist das alles schön geworden!“, sagt Mathiske auf der obersten Aussichtsplattform. Dann erklärt sie ihrem blinden Begleiter: „Gerd, jetzt gucke ich auf den Wald, und kann 26 Meter hinunter schauen“. Zwei Etagen tiefer auf dem Baumwipfelpfad lauscht Renzel an einer Hörstation fasziniert der Geschichte des Teutoburger Waldes. Ihn begeistert das „akustische Panorama“ des Waldkurparks mit viel Vogelgezwitscher. „Wenn du mit deinem Stock gehst, hast du unten am Geländer sogar eine Tastkante“, sagt Mathiske zu Renzel.
„Hier kannst du die Blüten sogar anfassen.“ Einige Buchenzweige reichen bis an den Wipfel-pfad heran. Mathiske führte Renzels Hand dorthin: Renzel ertastet die dicken Knospen: „Das ist totaler Wahnsinn, klasse. Ich kann den Baumwipfelpfad auf jeden Fall weiter empfehlen.“ Petra Mathiske ergänzt: „Es hat mir sehr gut gefallen, ich bin ganz angetan.“
„Bad Iburg ist die einzige Gartenschau, auf der Inklusion in dieser Form gelebt wird“, erklären Renzel und Mathiske. Inklusion ist in der Tat ein wichtiges LaGa-Thema: Immer dienstags finden sich Programmpunkte zum Thema Inklusion im Veranstaltungskalender, die Mathiske und Renzel zum Teil mitorganisieren. „An den Dienstagen werden sich alle Selbsthilfe- und Behindertengruppen hier verorten. Aber auch Hilfsdienste und die Fachstelle Inklusion der Stadt Osnabrück stellen sich vor“, berichtete Mathiske. Ziel sei ein besseres Verständnis von Menschen ohne Behinderung für Menschen mit Behinderung. 
Dazu trägt auch der Inklusionsparcours bei. Dort können die Besucher mit einem Rollstuhl eine Rampe hochfahren, einen Bürgersteig mit Längs- und Quergefälle passieren und über Sand, Kies und Kopfsteinpflaster fahren. Außerdem gehören dazu: Ein Alterssimulations-anzug, eine Brille, die Augenkrankheiten simuliert, eine Dunkelbrille und ein Blindenlang-stock sowie eine Ampel mit Blindenleitsystem. 
Unter dem Motto „einander verstehen“ begegnen sich am Inklusionswochenende am Samstag, 28. April, und Sonntag, 29. April, Menschen mit Handicap und Menschen ohne vordergründige Einschränkungen. Auf der LaGa kommen sie miteinander ins Gespräch. Am Samstagmorgen um 11 Uhr machen die niedersächsische Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, Petra Wontorra, die Bad Iburger Bürgermeisterin, Annette Niermann, Walter Plogmann, Georgsmarienhütter Behindertenbeirat-Sprecher, sowie Mathiske und die LaGa-Geschäftsführerin Ursula Stecker auf der GiroLive-Bühne den Anfang. Um 11.45 Uhr wird der Inklusionsparcours zum ersten Mal geöffnet. Ihn können Besucher am Samstag bis 18 Uhr sowie am Sonntag von 11 bis 18 Uhr und immer dienstags testen. 
Ebenfalls am Samstag, um 12.30 Uhr, steht die Eröffnung der Wanderausstellung „Ohne Angst verschieden sein“ auf dem Programm, die auch am Sonntag von 11 bis 18 Uhr zu sehen sein wird. Die Wanderausstellung zeigt das Leben von Menschen mit Behinderungen und den Umgang der Gesellschaft mit ihnen im Wandel der Zeiten. Die vom Nieder-sächsischen Institut für Historische Regionalforschung zusammen mit den Organisatoren realisierte Ausstellung umfasst den Zeitraum vom Mittelalter über die ersten integrativen Ansätze in den 1970er Jahren bis hin zur aktuellen Frage der Inklusion. Schwerpunkte sind die Verfolgung und Ermordung behinderter Menschen im Nationalsozialismus sowie ihre gesellschaftliche Teilhabe heute. Erstmalig werden in dieser Ausstellung historisch-politische mit aktuellen gesellschaftlichen Sichtweisen verknüpft. 
An allen LaGa-Tagen können Besucher mit (geliehenen) Mobilitätshilfen oder Kinderwagen die Ausstellungsbeiträge gut erreichen, denn die Hauptwege sind barrierefrei angelegt. „Ich finde, die Veranstalter der LaGa haben eine Top-Leistung gebracht und geben sich sehr viel Mühe. Mehr ist bei der Topographie nicht machbar“, erklärte Mathiske. Ziel erreicht: nach der LaGa können die Gäste der Kurkliniken im Bogen durchs Grüne in die Altstadt spazieren. Über die Spange mit den Blütenterrassen sind die „Kurgärten“, das zentrale Ausstellungs-gelände, nun fußläufig und barrierearm mit Waldkurpark und Charlottenseepark verknüpft. Außerdem sind selbstverständlich die Gastronomieangebote und die sanitären Anlagen der LaGa barrierefrei zugänglich.

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