Sophie Charlotte und die Gartenkunst


Am 05. Oktober hält der Gartendirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Herr Prof. Dr. Michael Rohede, einen Vortrag über die barocke Gestaltung in Berlin-Charlottenburg und Hannover-Herrenhausen und 100 Jahre staatlicher Auftrag zur Bewahrung und Instandsetzung. Der Vortrag beginnt um 19:00 Uhr und findet im Rittersaal im Schloss Iburg statt. Der Eintritt ist im Ticket der Landesgartenschau enthalten.


Vom Gärtner zum Gartendirektor: Das Schöpferische und das Schöne des Gartens mit Obst und Bienen hat sein Interesse für seinen Berufsweg geweckt. Die väterlichen Vorfahren in Ostpreußen waren Förster, darunter auch ein Kunstgärtner. Seine Großeltern und Eltern bewirtschafteten, zunächst am Geburtsort Leer in Ostfriesland, dann in der neuen Heimat Neustadt am Rübenberge bei Hannover, große Gärten. Während der Bundeswehrzeit las er den Artikel „So wurde ich Gärtner“ von Karl Foerster und Richard Bödeker. Dieser Bericht fesselte ihn so sehr, dass sein Berufswunsch fest stand: „Ich werde Gärtner.“ Es folgte eine Gärtnerlehre in der Baumschule Hannemann in Nienburg an der Weser. Dort eignete er sich erstes praktisches Wissen über die Baumzucht, aber auch über Obstbäume, Stauden, Floristik und Landschaftsgärtnerei an. Das anschließende Studium der Landschaftsarchitektur (1983-1990) an der Leibniz Universität Hannover umfasste nicht nur die Grünplanung und den Naturschutz, sondern auch die Planung von Stadtparks und Hausgärten sowie das Beherrschen der Gehölz- und Bodenkunde. Die Vorlesungen, Exkursionen und Seminare zur Geschichte der europäischen Gartenkunst und des Stadtgrüns bei Professor Dr. Dieter Hennebo (1923-2007) waren für Rohde ein Glücksfall. Nebenbei studierte er Architektur, vor allem Baugeschichte, Stadt- und Regionalplanung, aber auch Geologie und Philosophie. Praktisches Rüstzeug erwarb er sich in vielen Praktika, u.a. bei Freischaffenden wie Ruprecht Dröge in Hannover oder Richard Bödeker und Horst Wagenfeld in Düsseldorf. 1986 war Rohde Volontär im Landschaftspark Stourhead beim National Trust in England, wo ihn die praktische Gartendenkmalpflege faszinierte. Gleich nach dem Studium schloss sich im April 1990 ein Promotionsstipendium in Dresden und Weimar an. Thema war das Wirken von Eduard Petzold, Parkdirektor der Niederlande (1815-1891), neben Gustav Meyer der bedeutendste deutsche Gartenkünstler der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, u.a. der Vollender des Muskauer Parks, Pflanzenkenner und Meister der Parkerhaltung. Am Institut für Grünplanung und Gartenarchitektur der Leibniz Universität Hannover (1994-2004) folgten Lehrtätigkeiten und Forschungsprojekte zur Gartendenkmalpflege und die Promotion über Petzold (1998). Parallel eröffnete Rohde ein eigenes Büro (bis 2005), um gartendenkmalpflegerische Gutachten (Parkpflegewerke) u.a. in Kassel, Weimar, Leipzig und Hannover zu erstellen.