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Dokumente Iburger Geschichte

Nachdem das kürzlich entdeckte Messbuch aus Bad Iburg an das Diözesanarchiv übergeben worden war, nahm Bürgermeisterin Annette Niermann die Einladung der Archivare an, im Diözesanarchiv des Bistums und im Niedersächsischen Landesarchiv in Osnabrück den Spuren Bad Iburger Geschichte zu folgen.

Nach der Begrüßung durch Leiterin Dr. Birgit Kehne wurde der Bürgermeisterin bewusst, wie sorgfältig und umfangreich das historische Gedächtnis Bad Iburgs hier verwahrt wird. In der Osnabrücker Zweigstelle befinden sich rund 10 km Akten und 26500 Urkunden aus der ganzen Region, die von Heimatvereinen, aber auch von Privatpersonen für die Familienforschung eingesehen werden können. Natürlich nur nach Anfrage und Anmeldung, denn die historischen Dokumente müssen vor unkontrolliertem Zugriff geschützt werden. Die Führung übernahm dann die Bad Iburg-Expertin im Landesarchiv, Anna Philine Schöpper, die für Annette Niermann einzigartige Archivstücke herausgesucht hatte. Neben altem Kartenmaterial und Geburten- und Heiratsregistern auch eine Urkunde aus dem Jahre 1254, in der Iburg als „Flecken“ erstmals erwähnt wurde.

Bad Iburg war eine der ersten Kommunen im Landkreis, die ihr Material seit 1909 im Landesarchiv aufbewahrt lässt. Osnabrück entschied erst einige Jahre später, diese Dienste zu nutzen. Das älteste Dokument aus Bad Iburg ist der Kaufvertrag für eine Schmiede am Hagenberg aus dem Jahre 1550 oder auch die Bürgereide des Weichbilds von 1655. Letztere müssten dringend restauriert werden, aber dafür suchen die Archivare noch Sponsoren, denn der Aufwand übersteigt die Mittel. Fasziniert betrachtete Niermann, deren Familie tief verwurzelt ist in der Iburger und Glaner Geschichte, die erstaunlichen Dokumente und fand auch hier und da Einträge zu ihrer eigenen Familiengeschichte. Ähnlich faszinierend ging es dann weiter im Bistumsarchiv mit Dr. Georg Wilhelm. Er zeigte der Bürgermeisterin nicht nur, wo das interessante alte Messbuch sorgfältig aufbewahrt wird, auch die Iburger Geschichte, die eng mit dem Schloss und somit dem ehemaligen Kloster und den Kirchen verbunden ist, kann hier mit historischen Dokumenten entdeckt werden. Viele Kirchenbücher werden hier verwahrt zurück bis 1612. Deutlich ist zu erkennen, welchen gravierenden Umbruch das Ende des Dreißigjährigen Krieges für die Region und speziell auch für Iburg darstellte. Nicht bei allen Dokumenten, so der Archivar, ist man sicher, dass diese auch Originale sind, aber das schmälert nicht ihre Bedeutung. Die Bürgermeisterin war nach diesen exklusiven Einblicken in die Iburger Geschichte tief beeindruckt und zeigte sich froh, dass man sich in den zwei hochmodernen Archiven so intensiv um das Iburger historische Gedächtnis kümmert.


Weit zurück reichen die Geburtenregister,
die im Landesarchiv verwahrt werden.


Manch Iburger Dokument wie die
Bürgereide braucht dringend eine Restaurierung.